Trauerort

Interkultureller Trauerort


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Interkultureller Trauerort


 

 

Lebensanfang, Abschiede zu Lebzeiten und das Lebensende sind prägende Erfahrungen, die Menschen überall auf der Welt machen.

Abschied - Sterben - Tod und Trauer erleben wir als schmerzliche Bestandteile unseres Lebens. Sie halten sich nicht an Regeln. Sie klammern niemanden aus. Das Erleben von Abschieden und Trauerzeiten ist vielfältig und individuell. Und doch fühlen wir uns gerade dann - besonders im Schmerz - miteinander verbunden und Begegnung wird möglich. Trauer verbindet.

 

Mit dem Trauerort haben wir die Chance, einen Ort der Trauer, einen Ort für Trauernde zu schaffen. Vielleicht ein Ort, an dem Menschen auch Trost finden? Für manche ein Platz, der ihnen hilft, sich wieder dem Leben zuzuwenden?

Unser Wunsch: Mögen sich an diesem Ort viele Lebenswege kreuzen und Menschen spüren, dass sie nicht allein, sondern von der Gemeinschaft getragen sind. Der Weg dahin sind Begegnung und Gespräche. Aufeinander zugehen, miteinander reden, verstehen was den anderen bewegt. Vielleicht bietet der daraus entstehende Trauerort so auch eine Chance für Integration, für Gemeinschaft. Eine Chance, das Erlebte tragen zu lernen.

Garten

Der Trauerort Horizont wird als ein etwa 100 m² großer Garten gestaltet sein, eingebettet auf dem Areal des Hospiz- und Palliativzentrums Horizont, bewusst in der Mitte der Stadt Singen, interkulturell, generationsübergreifend und öffentlich zugänglich. Ein Ort für Menschen, die Abschiede zu Lebzeiten erfahren oder Trauer durchleben, ein Ort zum Innehalten und für Begegnung. Grundlage für die Gestaltung sind Ideen von Bürgerinnen und Bürgern des Landkreises Konstanz, die im Gespräch mit den Projektleiterinnen entstanden sind.

Weg

Der Trauerort Horizont befindet sich neben der Villa Wetzstein in der Hegaustrasse. Als einer der baden - württembergischen „Orte des Miteinanders“ soll auch hier die interkulturelle Öffnung für Stadt und Landkreis erlebbar sein. Jeder Mensch braucht einen Ort, um Abschiede zu verarbeiten und zu trauern. Besonders Menschen, die keine Gelegenheit (mehr) haben, am Grab eines Verstorbenen zu trauern - sei es weil das Grab weit weg ist, nicht mehr existiert oder es nie eines gab. Für all diese Frauen und Männer soll der Trauerort Horizont zu einer Stätte des Gedenkens und der Begegnung werden. Dank der Förderung durch die Baden-Württemberg-Stiftung kann dieser Ort realisiert werden.

Die zeitliche Planung sieht folgendermaßen aus:

begegnen und sammeln

Im ersten Jahr (2017) stehen die Gespräche mit Menschen im Focus, die selbst Trauererfahrung haben und uns, den Projektleiterinnen, an ihren Ideen für den Trauerort Horizont teilhaben lassen wollen. Diese besonderen Trauergespräche werden verschriftlicht und mit einem Foto festgehalten. Die gesammelten Ideen werden in die darauffolgende Planung einfließen. Für alle Interviewpartner/innen wird es zu einem späteren Zeitpunkt eine gemeinsame Möglichkeit der Begegnung geben.

planen und umsetzen

Nach Auswertung der Gespräche wird es an den Entwurf für die Gestaltung des Trauerortes Horizont gehen. Dieser soll im Anschluss, wenn möglich unter Einbindung möglichst vieler, zeitnah realisiert werden.

In einem weiteren Schritt wird es dann Aufgabe sein, den Trauerort Horizont als hilfreiche Möglichkeit für jeden Einzelnen und als Ort der Begegnung sichtbar und erfahrbar zu machen, ihn immer wieder ins Bewusstsein zu rufen und in der Öffentlichkeit durch Veranstaltungen und Begegnungen einladen, ihn zu nutzen.

Die Entstehung des Trauerortes wird durch die Pädagogische Hochschule in Freiburg wissenschaftlich begleitet, d.h. die jeweiligen Projektschritte werden dokumentiert und ausgewertet. Angedacht ist, Erkenntnisse aus den Gesprächen und Erfahrungen aus den Begegnungen gegebenenfalls in einer besonderen Form festzuhalten und zu veröffentlichen.

Team

Elisabeth Paul und Ulrike Traub haben die Projektleitung Trauerort Horizont im Januar 2017 gemeinsam übernommen.

Elisabeth Paul ist in Singen geboren, verheiratet und hat drei Kinder. Sie hat Textiles Design studiert, sechs Jahre in einer großen Stoffdruckerei im Atelier gearbeitet, danach war sie freiberuflich in den verschiedensten Bereichen tätig. Die Stadt und die Menschen, die hier leben, liegen ihr am Herzen. Auf vielfältige Art und Weise gestaltet sie mit und bringt Menschen zusammen. Sie empfindet es als großes „Glück“ einen Ort mitzugestalten, der allen Menschen in ihrer Trauer helfen kann - egal ob sie in Singen oder anderswo auf der Welt geboren sind.

Mit Trauer verbindet sie die Erfahrung, dass sich von jetzt auf nachher alles ändern kann. Und dass es gut tut, wenn jemand hilft, den Schmerz zu tragen, weil er uns sonst erdrückt. Geteiltes Leid ist halbes Leid.

Trauer ist für sie die Erkenntnis, dass nicht alles planbar und beeinflussbar ist, und wir das Leben in seiner Vielfalt annehmen und schützen sollten.

Ulrike Traub ist in Singen geboren, verheiratet, Diplom Sozialpädagogin (FH), Supervisorin i.A., arbeitete 15 Jahre in der stationären Altenhilfe und ist seit 2005 selbstständig tätig. Ihre beruflichen Schwerpunkte liegen bei den Themen Kommunikation, Demenz, Autismus, und sie ist Hospiz- und Trauerbegleiterin.
Bei einem gemeinsamen Hospiz-Kinoabend im Jahre 2016 brachte Ulrike Traub die Idee eines Trauerortes für den Landkreis Konstanz erstmals ein und freut sich sehr, nun bei der Realisierung aktiv mitwirken zu dürfen.

Mit Trauer verbindet sie die Erfahrung, dass Menschen, die immer wieder neu zuhören, und dass die Natur im Jahreszeitenwechsel gerade in den schmerzvollen, stillen Stunden tröstlich sind. Trauer ist für sie der Wandel von Gefühlen in einer erinnerungsvollen Lebenszeit.

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